Vordere Bremse überarbeiten
Hallo zusammen, wie bei meiner Vorstellung schon angekündigt, dann aber wieder inhaltlicht gelöscht, da der Beitrag den Rahmen einer Neuvorstellung gesprengt hat, hier gerne mein Erfahrungsbericht.
,,Meine'' neue 30 Jahre alte LS - Bild siehe in Neuvorstellung - hatte bereits bei der Überführungsfahrt vor nun ca. 2 Wochen mit einer sehr weichen Vorderradbremse zu kämpfen. Soll heißen: Kein definierter
Druckpunkt. Der Bremshebel liess sich beinahe bis zum Lenker ziehen. Nun gut, bei 30 Jahren alten Mopeds kann das vorkommen. Da ich seit 1974 den Motorradführerschein besitze und seit dieser Zeit auch
früher intensiver und in der Blüte meiner Jahre nun weniger fahre, ging ich als Selbstschrauber mit der Erfahrung von mittlerweile 18 Maschinen aller Marken und Hubraumgrößen frisch ans Werk.
Zuerst mal Bestandsaufnahme: Die Bremsflüssigkeit war bräunlich und weit über Ihrem Haltbarkeitsdatum. Der Kolben im Bremssattel war fest, die Beläge nicht mehr die besten und die Bremspumpe oben
wollte nicht mehr richtig pumpen. Daraufhin habe ich zuerst den Bremssattel überholt. Neue EBC Sinterbeläge, alles schön gereinigt, den Bremskolben ausgepresst, vom Schmodder befreit, neu gedichtet,
mit ATE Bremspaste fein behandelt wieder eingepresst. Bei Tourmax hatte ich einen Reparatursatz für die Bremspumpe bestellt. Der kam am Samstag letzter Woche. Da man als Rentner wenig freie Zeit hat,
kam ich erst gestern dazu, die Revision zu machen. Meine Sprengringzange musste erst zurecht geschliffen werden, damit der Sprengring in der engen zylindrischen Öfnung der Pumpe gegriffen werden konnte.
Nachdem dies erledigt war, war der Tausch der Welle mit den beiden Dichtungen und der Feder eine Sache von 5 Minuten. Alles wieder am Moped angebaut. Über eine Spritze die ich aus meinem Magura MTB
Set entliehen hatte über den Entlüftungsnippel am Sattel neu befüllt. Zuerst ein passendes Schlauchstück mit Adapterstück zugeschnitten, damit der Anschluss am Entlüfternippel sauber und zugfrei erfolgen kann.
Nach wenigen Minuten war die Anlage kpl. befüllt und entlüftet. Entlüfterventil geschlossen. Bremsflüssigkeit im Behälter der Bremspumpe auf den vorgeschriebenen Level gebracht. Deckel drauf und fertig.
Wir haben nun wieder nach ca. 1/3 Hebelweg einen harten und definierten Druckpunkt. Das Vorderrad dreht sich beim Lösen der Bremse frei. Also der Bremskolben tut auch wieder was er soll. Das war die Geschichte.
Weitere werden folgen, denn eines ist sicher. Ein 30 Jahre altes Motorrad ist nicht nur ein Fahrzeug aus vordigitalen Zeiten. Nein, das ist ein Projekt, das besser ist, als sinnlose Produktionen an der Glotze zu schauen.
In diesem Sinne... haut rein und bis demnächst. Liebe Grüße Joachim