Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: Zylinderdeckel und - Kopf

  1. #1
    Savage-IG Mitglied Avatar von Bombero
    Registriert seit
    02.05.2012
    Ort
    Düsseldorf,Klein-Paris am Rhein
    Beiträge
    2.110

    Zylinderdeckel und - Kopf

    Ahoi zusammen! Also, Lutz hat die Sache mit dem Guss und der Bearbeitung ja ausführlich erläutert.
    Die Sache mit Deckel und Kopf NUR gemeinsam tauschen will mir aber noch nicht ins Hirn!
    1. Bei der gemeinsamen Bearbeitung ( im Herstellungsprozess ) von Deckel und Kopf wird doch nicht per Hand immer nur 1 Paar eingespannt, ausgerichtet und dann bearbeitet. Das geschieht doch nur einmal am Anfang und dann übernimmt eine Maschine den Rest der Massenherstellung. Müssten also immer die gleichen Werte sein!?
    2. Wenn doch die Nockenwelle im Bereich der Lagerung immer die gleiche Größe hat, müssten dann nicht auch Deckel und Kopf immer die gleichen Maße haben ( immer jeweils im Neuzustand! )!?
    3. Die oft angesprochene Messung mit Plasticgauge (kann auch anders geschrieben werden:blush) erscheint mir beim Elsenmotor nicht hilfreich. Da ja keine Lagerschalen verarbeitet sind und bisher eine Überholung ( wie auch immer ) der Lagerung in Kopf und Deckel nicht möglich ist. Wenn also keine oder nur kaum sichtbare Laufspuren vorhanden sind kann man sich die Sache hier sparen.
    Gruß, Manni. ( Benzin Somelier )

    Lieber Treibriemen-Else als Stiefelriemen-Bill !
    Früher war alles besser. Ich bin von Früher.

  2. #2
    Savage-IG Mitglied
    Registriert seit
    03.03.2019
    Ort
    ODW 64658 Fuerth
    Beiträge
    536
    eines der wichtigsten argumente fuer die paarung
    duerfte sein, dass ein einseitiges honen schwer bis nicht moeglich ist

    um prazisionsfraesen wuerde ich mir eher weniger sorgen machen
    mfg hermann

  3. #3
    Moderator Avatar von Viertakter
    Registriert seit
    07.09.2004
    Ort
    30173 Hannover
    Beiträge
    3.285
    Moin!

    Doch, Manni, das ist eine sozusagen sehr "kritische" Bearbeitungsphase. Da jedes Gussteil nicht bis aufs 1/1000 genau gleich auf der Aufspannung liegt, muss das zusammen bearbeitet werden. Selbst jede erste Aufspannung hat Freiheitsgrade, da ja keine Nullmarken im Guss gefertigt werden können. Selbst wenn man 2 "Wände" in 90° Anordnung auf der Aufspannung hätte, wo das Gussteil anliegen muss, das nützt nichts weil eben kein Gussteil genau wie das andere ist. Ausserdem hast du am Kopf keine 90° Flächen, müssten also 4 Anlagestifte sein.
    Macht keinen Sinn.

    Ich hatte mal insgesamt 4 Köpfe zugleich auf dem Tisch, und keine andere Paarung war möglich. Seitlicher Versatz um mehrere Zehntel mm sowie auch Abweichungen in der Höhe. Senkrechtes oder waagrechtes Oval.

    Wie ich mir die wichtigsten Arbeitsschritte vorstelle:
    Kopfunterseite planfräsen und Passhülsenbohrungen sowie vertikale Durchbohrungen anbringen.
    Ansaugflansch fräsen und bohren / Gewinde bohren
    Bei 4Achs-Maschine auch gleich Kopf kippen und Bohrungen für Ventilschäfte und Ventilsitze bohren,
    ebenso Bohrungen und Gewinde für Auslass, Bohrungen für Ölkanäle, sonst separat.

    Kopf umdrehen, Aufspannung auf Passstifte(!!).
    JETZT hast du sozusagen erst die ganzen Bezugsmarken im Material drin. Dann Dichtfläche für Deckel fräsen, Rest Bohrungen, auch Ventilsitze und Federaufnahmen bei 4achs-Maschine, sonst separat.

    Das gleiche gilt für den Deckel. Dichtfläche planen, Bohrungen vertikal, horizontal (Ölkanäle, Kipphebelwellen) und Passhülsenbohrungen.

    Dann reinigen, Kopf und Deckel zusammen montieren und NW-Lager bohren und honen.

    Das gleiche Thema gilt übrigens genauso für die Motorgehäusehälften. Zeigt sich dort, dass mancher es noch merkt, dass das Ölpumpenzahnrad falsch montiert den Motor arretiert oder stark bremst, ein anderer hat "Glück" (nein grosses Pech!), dass es nicht hemmt oder blockiert, der Motor aber nicht geschmiert wird und dann im Mors ist. Deswegen kannst du auch nur gepaarte Gehäuseteile verwenden. Sonst wandern innen die Wellen oder werden durchs Gehäuse geklemmt.

    @Hermann: Doch, einseitiges Feinbohren oder honen ist glaub ich schon möglich, wäre aber erheblich zeitaufwändiger. Und Zeit ist Geld! Mann- und Maschinenstunden kosten!
    ...und wenn Sie sich jetzt sagen: "Ist das nicht schön?..." Dann stimme ich Ihnen zu: Ja, das ist NICHT schön!


  4. #4
    Savage-IG Mitglied Avatar von Bombero
    Registriert seit
    02.05.2012
    Ort
    Düsseldorf,Klein-Paris am Rhein
    Beiträge
    2.110
    Da hast Du genau eine Sache angesprochen die mich hatte stutzig werden lassen:
    Die Motorhälften haben ja gleiche Kennnummern damit man sie paarweise montiert,
    diese fehlen aber zw. Kopf und Deckel, oder haben meine altersschwachen Augen sie nur noch nicht entdeckt?
    Gruß, Manni. ( Benzin Somelier )

    Lieber Treibriemen-Else als Stiefelriemen-Bill !
    Früher war alles besser. Ich bin von Früher.

  5. #5
    Savage-IG Mitglied
    Registriert seit
    03.03.2019
    Ort
    ODW 64658 Fuerth
    Beiträge
    536
    zu dem problem mit dem streifenden (oder eben nicht) oelpumpenantriebsrad
    kommt es aber doch eher , weil das gehaeuse an der entsprechende stelle nicht zusaetzlich geplant wurde

    gussoeberflache unterscheiden sich teils deutlich und sei es nur durch ungleichmaessige abkuehltemperaturen und -zeiten

    wodurch rissaehnliche strukturen auf der oberflache enstehen koennen.

    ich halte die aussagen und annahmen von viertakter fuer absolut plausibel

    der erfordeliche mehraufwand wird aus kostengruenden wohl nicht ausgefuehrt.


    mfg hermann

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •